Rinner Teufelsmühle

Eine der schönsten Wanderungen auf dem Mittelgebirge südlich von Innsbruck führt über den Tummelplatz
nach Aldrans und, vorbei am Herzsee, durch ein schattendunkles Tälchen nach Judenstein. In der Tiefe dieses Tales
stand bis in die jüngste Zeit die Ruine einer verfallenen Mühle, an deren Wand ein Teufelsbild aufgezeichnet war.

Diese Mühle hat einmal ein Aldranser Bauer errichten wollen, und zwar, da ihm das Geld fehlte, mit Hilfe des Teufels. Der Böse
erklärte sich bereit, die Mühle in einer einzigen Nacht bis zum ersten Hahnenschrei fertigzustellen, dafür müsse die Seele des
Bauern ihm gehören. Flugs machte sich der Satan ans Werk und erbaute in wenigen Stunden die ganze Mühle, es fehlte nur noch
der große Mühlstein. Schon nahte das Morgengrauen, daher mußte sich der Teufel, der den Mühlstein aus dem Inntal heraufschleppte,
beeilen. Als der Teufel am Herzsee vorüberkeuchte, hörte man das erste "Kikeriki!" Das Spiel des Teufels war verloren.

Voll ohnmächtiger Wut schleuderte der geprellte Teufel den Mühlstein ins Tal, wo er in tausend Trümmer zerschellte.
Der Bauer aber lachte sich ins Fäustchen und nannte seinen Besitz zu Ehren des höllischen Baumeisters die "Teufelsmühle".

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